Angst ist ein menschliches Grundgefühl, das eine evolutionsgeschichtlich Funktion hat. Sie schärft als Schutz- und Überlebensmechanismus unsere Sinne und kann unsere Körperkraft durch Ausschüttung von Adrenalin erhöhen. Somit sind wir in der Lage bei tatsächlichen oder vermeintlichen Gefahrensituationen ein angemessenes Verhalten einzuleiten. Weil eine übersehene Bedrohung schwerwiegende Konsequenzen für uns haben kann, ist unser Angstempfinden relativ sensibel eingestellt. Diese sensible Einstellung führt aber auch immer wieder zu Fehlalarmen, wie wir zum Beispiel beim schauen gruseliger Filme feststellen können.

Angst wirkt auf uns sowohl bewusst, als auch unbewusst. Nicht immer können wir klar ausmachen, was uns jetzt grade Angst macht oder uns sogar vor Angst lähmt und handlungsunfähig macht. Passt unsere Angstreaktion nicht zur tatsächlichen Bedrohungslage, wird von einer Angststörung gesprochen. Ist diese Angst dann an ein bestimmtes Objekt (z.B. Spinnen) oder an eine Situation (z.B. Fliegen) gebunden, erweitert sich diese Angststörung zu einer Phobie.

Was macht Zukunftsangst aus?

Zukunftsangst ist im Allgemeinen die Furcht vor dem, was in den nächsten Tagen, Wochen, Monaten oder Jahren passieren könnte. Über allem schwebt die berüchtigte Frage „Was wäre, wenn…?“ und lässt uns vor der Zukunft fürchten. Die Zukunftsangst setzt sich aus mehreren möglichen Komponenten zusammen, deren Kombination sie noch verstärken kann. Es geht um die Angst vor Ungewissheit, vor Veränderungen, vor dem Worst Case Szenario und die Angst davor, wie sich die getroffenen Entscheidungen entwickeln werden.

Auslöser der Zukunftsangst

Damit wir eine Angst vor unserer Zukunft verspüren, bedarf es nicht unbedingt einem besonderen Anlass oder konkreten Grund. Es spielen viel mehr die eigenen negativen Einstellungen und Fantasien eine Rolle, was alles verkehrt laufen könnte. In dieser düsteren Zukunft malen wir mit dunklen Farben und stellen uns alle möglichen schlimmen Erlebnisse und Abläufe vor.

Das eigene Selbstvertrauen ist bei der Entstehung von Zukunftsangst aber eine Hauptursache. Sehen wir uns selbst nicht in der Lage, die Hürden des Lebens zu meistern, geraten wir automatisch in einen Strudel aus Sorgen und Ängsten darüber, was in der Zukunft auf uns zukommt. Je geringer also unser Selbstvertrauen ist, desto eher geraten wir in solch negative Gedankengänge.

Eine weitere Ursache für die Zukunftsangst ist die eigene Vergangenheit. Durch persönliche Erfahrungen können wir erlebt haben, wie sich Veränderungen negativ auf unser Leben ausübten und nicht die gewünschten Ergebnisse gebracht haben. Diese Veränderungen haben eventuell sogar noch viel mehr Chaos, Probleme, Leid oder Schmerz in unser Leben gebracht, sodass wir uns vor neuen Veränderungen fürchten.

Die Angst vor der Zukunft tritt vermehrt an wichtigen Weggabelungen unseres Lebens auf, wo wir auf verschiedene Möglichkeiten treffen Entscheidungen fällen zu müssen. So zum Beispiel nach der Schule, am Ende der Ausbildung, während des Studiums, bei Problemen auf dem Arbeitsmarkt, bei einem Berufswechsel oder bei einer familiären Veränderung.

Zukunftsangst kann aber auch mit anderen Menschen zu tun haben. Schon zu Beginn unserer Schullaufbahn wird uns von allen möglichen Seiten eingeimpft, dass wir nur durch gute Noten später auch Erfolg und einen „guten Job“ haben werden. In unserer Wohlstandsgesellschaft wird der Erfolg dann in Euro und das Ansehen in Statussymbolen gemessen. Wir stehen unter großem Erwartungsdruck gegenüber Eltern, Freunden, Lehrern, Dozenten, Vorgesetzten und uns selbst. Ob nun begründeter oder unbegründeter Erwartungsdruck, mit diesem geht auch immer eine Versagensangst einher. Dieser Druck kann unter Umständen unser ganzes Leben andauern und uns Angst vor einem weiteren Versagen in der Zukunft machen.

Ein weiterer Grund kann auch die Angst vor Kontrollverlust sein. Viele hätten gerne ständig alles unter Kontrolle und möchten wissen, was sie alles in den nächsten Tagen, Wochen und Monaten erwartet. Dass wir das aber meist nicht können, ruft in ihnen die Angst vor dem Ungewissen hervor. Davon sind oftmals die Menschen betroffen, die das Gefühl haben, ihnen entgleite das Leben und sie können nichts mehr kontrollieren.

Zukunftsangst - Dies sind die Auslöser!Unterstützt wird die Zukunftsangst auch eindeutig durch die Nachrichten und die mediale Welt. Überall springen uns Überschriften mit negativen Schlagzeilen entgegen. Der Klimawandel sei nicht mehr aufzuhalten, der Meeresspiegel steigt, dutzende Verletzte bei Terroranschlag, Regenwald weiter illegal abgeholzt, Pandemie, Ausgangsbeschränkung, wieder Hitze und Unwetter, Gewalt, Unterdrückung und noch viel viel mehr. Und die positiven Nachrichten? Klar, die gibt es auch, viel zu häufig aber nur kleingedruckt oder in Nebensätze verpackt. Da passiert es schnell, dass wir am Guten unserer persönlichen Zukunft zweifeln und viel schneller in die negativen Gedankenspiralen geraten.

Symptome von Zukunftsangst

Die Symptome sind so vielfältig wie die Träger der Angst selbst und können in unterschiedlichsten Intensitäten und Ausprägungen auftreten. Sie lassen sich aber auf einige allgemeine Symptome reduzieren und gruppieren. Die folgenden Punkte können Anzeichen für Zukunftsangst sein:

  • Sie gehen immer vom Schlimmsten Fall aus, dem Worst Case Szenario.
  • Sie fühlen sich kaum oder nicht in der Lage, ihre Zukunft zu planen und Probleme zu lösen.
  • Sie fühlen sich hilflos.
  • Sie können die Gegenwart häufig nicht genießen.
  • Sie grübeln oft stundenlang über alle möglichen schlechten Szenarien der Zukunft.
  • Sie schlafen schlecht.
  • Sie leiden unter Herzrasen und plötzlichen Panikattacken.
  • Sie vermeiden es, über die Zukunft zu reden.

Die Betroffenen können durch eine dauerhafte Angst vor der Zukunft ernsthaften psychischen Schaden nehmen. Sie sollten diese Symptome also durchaus ernst nehmen, denn nur so können Sie das Problem angehen und nachhaltig beseitigen.

Wieso ist Zukunftsangst so schädlich für uns?

Das gemeine an der Zukunft ist, dass wir diese nicht vorhersehen können und entsprechenden Entwicklungen nicht gezielt entgegenwirken können. Stattdessen beeinflusst die Angst vor der Zukunft viel mehr unsere direkte Gegenwart. Sie lähmt uns immer mehr und raubt uns Stück für Stück die Lebensfreude. An Zukunftsangst leidende Menschen werden immer unzufriedener und unglücklicher, ihnen fällt es immer schwerer sich über etwas wirklich freuen zu können.
Weil viele Betroffene immer wieder denken „das wird ja doch wieder nichts werden“, sind sie oft nicht mehr in der Lage aktiv ihre Ziele zu verfolgen. Sie stehen sich und ihrem Glück selbst im Weg. Denn wenn ich auf etwas negatives warte, wird es auch irgendwann passieren und der Betroffene wird sagen „ich habe es doch gewusst“.
In besonders schweren Fällen kann die Zukunftsangst sogar zu einer psychischen Erkrankung wie einer Depression führen.

Zukunftsangst kann überwunden werden!

Gleich vorweg: Niemand muss sich mit seinem vermeintlichen Schicksal abfinden! Wir alle haben unsere Zukunft selbst in den Händen. Langjähriges negatives Denken, einschneidende Erlebnisse oder Angewohnheiten lassen uns das leider manchmal vergessen.
Mit den folgenden Tipps können Sie wieder zum Schmied ihrer eignen Zukunft werden und die Zukunftsangst aktiv überwinden.

Arbeiten Sie an einem positiven Selbstbewusstsein

Je größer Ihr Selbstvertrauen ist, desto weniger Ängste werden Sie haben. Machen Sie sich doch mal selbst ein paar Komplimente und staunen darüber, welche Schwierigkeiten Sie schon gemeistert haben, was Sie schon alles geschafft und erreicht haben. Führen Sie sich häufiger Ihre Stärken vor Augen und betrachten Ihre „Schwächen“ eher als Lernfelder. Arbeiten Sie aktiv an einem positiven Selbstbewusstsein, gerne auch mit Bestätigung von Außen, wie durch Ihre Lieblingskollegen, gute Freunde oder Familienangehörige. So wird sich nach und nach mehr Vertrauen entwickeln, dass Sie auch in Zukunft alles schaffen können.

Alles ist relativ – auch die Angst

Wer Angst vor der Zukunft hat, dessen Gedanken sind oft in „schwarz oder weiß“ eingeteilt und er glaubt an den schlechtmöglichsten Ausgang. Versuchen Sie mal Ihre Sicht auf die Ängste zu ändern und bewusst in Relation zu setzen. Wenn etwas nicht funktionieren sollte, ist es wirklich die totale Apokalypse oder nicht einfach nur eine unangenehme Situation und real betrachtet halb so wild? Wer beispielsweise Angst vor einem anstehenden Bewerbungsgespräch hat und es tatsächlich schiefgeht. Es ist ganz sicher kein Weltuntergang, es wartet vielleicht einfach nur irgendwo ein noch besserer Job auf Sie und Sie konnten aus diesem Gespräch wieder etwas für die Zukunft mitnehmen. Zwingen Sie sich selbst ein bisschen dazu, nicht gleich ins Negative zu übertreiben, sondern alles im Vergleich zu sehen.

Im Hier und Jetzt leben!

Konzentrieren Sie sich auf das, was in Ihrer Gegenwart tatsächlich passiert. Leben Sie bewusst im Hier und Jetzt! Wenn Ihre Zukunftsangst sehr stark ausgeprägt ist, mag dies umso schwerer für Sie sein, aber nicht unmöglich.
Im Animationsfilm Kung Fu Panda sagt eine alte Schildkröte namens Oogway folgendes zu seinem Schüler Po:

„You are too concerned with what was, and what will be. (…) Yesterday is history, tomorrow is a mystery, and today is a gift… that’s why they call it the present.“

Versuchen Sie die Gegenwart wieder als Geschenk zu sehen. Achten Sie auf die kleinen Besonderheiten und tollen Menschen um Sie herum. Suchen Sie sich als Anfang vielleicht jeden Tag fünf Dinge, über die Sie sich gefreut haben.
Es ist zwar sehr sinnvoll Pläne in seinem Leben zu haben und sie zu verfolgen, wenn diese aber nur aus Angst bestehen ist es besser, sich der Zukunft erst später zuzuwenden und die Gegenwart noch etwas länger zu genießen. All unsere Ängste entstehen in unserem Kopf und wir können unser Gehirn bewusst dahin lenken, auf das Positive statt auf das Negative zu achten. Es bedarf manchmal halt nur etwas Übung und Zeit.

Schreiben Sie Ihre Ängste auf

Zukunftsangst - Diese Methoden helfen sie zu überwindenManchmal sind Stift und Zettel grandiose Therapeuten für bestimmte Themen. Es kann wahre Wunder wirken sich seine Ängste von der Seele zu schreiben. So visualisieren wir unsere inneren Blockaden und erkennen, was wahre Baustellen auf unserem Lebensweg sind und was nur mental konstruiert ist.
Manchen hilft es ein Tagebuch oder einen Blog zu schreiben über die Dinge, die Sie beschäftigen und vor denen Sie Angst haben. Weniger, um sich damit nochmal zu konfrontieren, eher um später nochmal auf seine eigenen, unbewusst erlangten Erfolge zurückblicken zu können. Diese nochmals zu lesen kann dabei helfen zu verstehen, dass manche Ängste völlig unbegründet waren.

Sprechen Sie mit vertrauten Menschen

Schweigen Sie nicht ewig über die Probleme und Ängste, die Sie bewegen. Durch das ewige Grübeln und Probleme in sich hinein fressen ziehen Sie sich Stück für Stück weiter zurück und driften unmerklich in eine Isolation. Versuchen Sie, diese Barriere oder eine mögliche Scham zu überwinden und vertrauen Sie sich Freunden und Familie an. Es kann sehr erleichternd und reinigend wirken, sich alles von der Seele zu reden und jemanden zu haben, der einem den Rücken stärkt und Ängste nehmen kann.
Vielleicht sind Sie mit ihrer Angst oder dem Thema ja auch gar nicht so allein, wie Sie denken, reagieren nur einfach extremer auf sie. Durch Gespräche bekommen Sie schnell neue Blickwinkel auf eine Situation und können leichter in einen produktiven Austausch gehen.

Suchen Sie sich professionelle Hilfe

Es mag kein einfacher Schritt sein, aber wenn Sie überhaupt nicht aus Ihren dystopischen Gedankenspiralen raus kommen, sollten Sie sich Hilfe von einem erfahrenen und qualifizierten Psychologen holen. Die Fachleute können Ihnen gezielt und effizient dabei helfen, sich mit der eigenen Angst auseinander zu setzen. Je länger Sie sich in dem negativen Gedankenkonstrukt befinden, umso leichter können nachhaltige psychische Beeinträchtigungen auftreten und Ihre Lebensqualität maßgeblich einschränken. Aber Sie sind es wert, dass Sie den Rest Ihrer Lebenszeit im besten Fall angstfrei und glücklich verbringen können.

Zukunftsangst?! Nicht mit der ISOfee Akademie!

Auch wir bei der ISOfee Akademie standen selbst schon vor der ein oder anderen Hürde. Manche schienen schier unüberwindbar, andere konnten umgangen werden und wieder andere waren leicht zu bewältigen. Doch was uns immer half, waren Gespräche darüber. Gemeinsam in den bewussten Austausch gehen und sich andere Sichtweisen einholen.

Die Welt scheint sich immer schneller zu drehen und die Möglichkeiten, wie wir unser Leben gestalten können, verdoppeln sich gefühlt alle paar Monate. Es gibt immer mehr Studiengänge, Spezialisierungsrichtungen und Optionen, einen alternativen Lebensweg zu beschreiten. Da kommt es schnell zur Überforderung und Reizüberflutung.

Deshalb möchten wir gerade Jugendlichen und jungen Erwachsenen eine Chance bieten, im Übergang von Schule hin zum Berufsleben, zu Ausbildung oder Studium nicht in die Zukunftsangst und Überforderung abzurutschen.
Wir möchten gemeinsam an den individuellen Zielen, Wünschen und Träumen arbeiten. Wir wollen durch wildnis- und erlebnispädagogische Elemente in der Natur Fragen wie „Wer bin ich eigentlich und wer erlaube ich mir zu sein?“ nachgehen und entspannter in die Zukunft blicken.

Aktuell bereiten wir dazu einen Ein-Tages-Workshop „Wild Things“ vor und er nimmt nun immer konkretere Formen an.

Zukunftsangst?! Nicht mit der ISOfee Akademie!Sie kennen jemanden, der sich aktuell an solch einer überwältigenden Schnittstelle im Leben befindet? Oder sind vielleicht selbst davon betroffen?
Schreiben Sie uns für weitere Informationen gerne direkt an. Sie erhalten sofort als erstes eine Nachricht, wenn es Termine für den Workshop gibt. Ansonsten schauen Sie gerne bei unseren Seminaren vorbei und entdecken noch mehr tolle Angebote!

Wertorientierung - für Spaß und Freude im Leben